Verdiente Niederlage gegen Freiburg

Köln verliert verdient gegen den SC Freiburg und verhilft damit den Schwarzwäldern zum ersten Saisonsieg. Es gibt Südstädter, die sich am Sonntagabend über die Niederlage des 1. FC Köln gefreut hatten. Einen hartgesottenen Bayern-Fan traf ich kurz vor dem FC-Spiel, der eine Niederlage gegen Freiburg prophezeite, nur damit der BVB auf einem direkten Abstiegsplatz stehen würde. Den Geißböcken half am Sonntag auch kein eigens entworfenes Karnevalstrikot - das konnte die Gäste aus dem Schwarzwald weder beeindrucken noch verwirren. Der japanische Nationalspieler Osako spielte von Beginn an, nachdem Risse sich im Training einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte.


Schrecklich war auf beiden Seiten die erste Halbzeit! 49.500 Zuschauer sahen in Flutlicht-Atmosphäre ein ereignisarmes und langweiliges Spiel, das bis zur Pause torlos blieb. Die Freiburger standen tief in der eigenen Hälfte, und mein FC hatte ziemliche  Probleme, sich überhaupt Torchancen zu erspielen. Freiburg fand gegen die drittbeste Defensive der Liga kaum ein Durchkommen, und es entwickelte sich ein fades Spiel ohne echte Höhepunkte. Einzig zwei Distanzschüsse vom Freiburger Darida verfehlten ihr Ziel (16./34.). Die Kölner Fans mussten bis zur 42. Minute auf eine echte Möglichkeit warten: Osako spitzelte dabei den Ball nur knapp am Tor vorbei. Die Kölner Fans hatten wohl gegen den SC ein anderes Spiel erwartet, und es ertönten bereits nach 40 Minuten die ersten Pfiffe im Stadion. Beim Anblick der Tabelle und in der Erwartung eines Nichtabstieges für mich nicht ganz verständlich.

 

Wir alle erhofften uns eine Ansage von Trainer Stöger in der Halbzeitpause und einen entsprechenden Motivationsschub. Doch unsere Träume wurden jäh zerstört. Stattdessen gab es Elfmeter für Freiburg: Geißbock Mavraj hatte eine Flanke von Mehmedi im Strafraum an die ausgestreckte Hand bekommen. Schiedsrichter Peter Gagelmann entschied zu Recht auf Handelfmeter. Hoffnungen? Schließlich hatte Horn noch am Dienstag im Pokal beim MSV Duisburg (4:1 i.E.) zwei Elfmeter gehalten. Leider nein. Beim anschließenden Strafstoß sprang FC-Keeper Horn zwar in die richtige Ecke, doch Darida traf präzise zum 1:0 für Freiburg (51. Minute). So langsam stieg der Frustpegel, denn die Geißböcke schafften es nicht, auch nur den Ansatz eines Offensivspiel aufzubauen, sondern begnügten sich mit weiten Bällen nach vorn zu einem Sturm, der aber eigentlich auf der Bank saß. Denn weder Zoller noch Osako kamen an diese Bälle. Osakos Körpersprache brachte mich auch zum Nachdenken, kaum ging er in einen Zweikampf. Warum Stöger ihn erst so spät auswechselte, war mir ein Rätsel.


Was bei meinen Geißböcken fehlte, waren schnelle Spielzüge aus dem Mittelfeld heraus. Oft war Aufbauspiel bis zur Mittellinie noch relativ sicher, mit kurzen Pässen, doch sobald die Mittellinie überquert wurde, folgte wieder ein Rückpass oder ein langer Pass nach vorn  ins Nichts. Aus über 61% Ballbesitz machten wir nichts. Stöger wechselte, doch für mich kam Geißbock Ujah für Lehmann (72.) viel zu spät. Freiburg erfreute sich an den schwachen Kölner, jedoch verpasste es Ex-Geißbock Freis später noch zweimal für Freiburg nachzulegen. Erst rutschte der Angreifer beim Abschluss aus und schoss knapp vorbei (60.), dann scheiterte er aus kurzer Distanz an Keeper Horn (72.). Auf der anderen Seite hatte Zoller die Chance zum Ausgleich, doch sein Kopfball war so harmlos, dass SC-Torwart Bürki ihn problemlos halten konnte (81.). Stöger wechselte später noch Finne für Halfar (82.). Doch der Kölner Spielaufbau blieb weiterhin ein Albtraum, den wir zudem zeitweise noch in Zeitlupe beobachten mussten. Was ich nicht verstehe, dass manche Spieler Offensivzweikämpfe nahezu vermeiden und einige immer noch Probleme mit der Ballannahme haben. Hier gibt es noch viel zu tun. Wie auch immer, es half nichts, Freiburg gewann verdient in Köln mit 1:0 und kommt damit einen Schritte aus seiner Krise.

 

Am kommenden Samstag, 8.11.2014, spielen die Geißböcke auswärts in Hoffenheim, immerhin Tabellenvierter. Vielleicht sind die Paarhufer ja einfach gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel erfolgreicher.

Rotkäppchen

Ergebnisse des 10. Spieltages
FC Schalke 04 - FC Augsburg 1:0 (1:0)
1. FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:2 (1:1)    
Hannover 96 - Eintracht Frankfurt 1:0 (0:0)    
VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg 0:4 (0:2)
Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen 1:0 (1:0)    
Bayern München - Borussia Dortmund 2:1 (0:1)        
Bor. Mönchengladbach - TSG Hoffenheim 3:1 (2:1)    
1. FC Köln - SC Freiburg 0:1 (0:0)              
SC Paderborn 07 - Hertha BSC 3:1 (1:1)    


Tabelle nach dem 10. Spieltag
1. Bayern München - 23:3 Tore - 24 Punkte
2. VfL Wolfsburg - 20:9 Tore - 20 Punkte
3. Bor. Mönchengladbach - 15:5 Tore - 20 Punkte
4. TSG Hoffenheim - 14:10 Tore - 17 Punkte
5. Bayer 04 Leverkusen - 17:15 Tore - 16 Punkte
6. Hannover 96 - 7:11 Tore - 16 Punkte
7. SC Paderborn 07 - 16:13 Tore - 15 Punkte
8. FC Schalke 04 - 14:13 Tore - 14 Punkte
9. 1. FSV Mainz 05 - 13:12 Tore - 14 Punkte
10. FC Augsburg - 11:12 Tore - 12 Punkte
11. 1. FC Köln - 7:8  Tore - 12 Punkte
12. Eintracht Frankfurt  17:19 Tore - 12 Punkte
13. Hertha BSC Hertha BSC - 15:19 Tore - 11 Punkte
14. Hamburger SV - 4:12 Tore - 9 Punkte
15. VfB Stuttgart - 14:23 Tore - 9 Punkte
16. SC Freiburg - 9:14 Tore - 8 Punkte
17. Borussia Dortmund - 11:17 Tore - 7 Punkte
18. Werder Bremen - 12:24 Tore - 7 Punkte
 

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